Bioethanol: Geschichte, Herkunft und moderne Anwendung

Bioethanol ist der Brennstoff, der echtes Feuer in Wohnräume bringt, in denen ein klassischer Kamin nie möglich wäre: ohne Holz, ohne Gas, ohne Schornstein. Hinter dem nüchternen Wort steckt ein pflanzlicher Alkohol mit einer überraschend langen Geschichte und einer sehr modernen Zukunft. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Bioethanol genau ist, woher es kommt, wie es hergestellt wird und worauf es bei der Anwendung im Bioethanol-Kamin wirklich ankommt: Reinheitsgrad, Verbrauch, Sicherheit und welcher Brennstoff für welchen Kamin der richtige ist.

Inhalt

Was ist Bioethanol?

Bioethanol ist flüssiger Alkohol pflanzlichen Ursprungs, chemisch betrachtet Ethanol (C₂H₅OH). Gewonnen wird es durch Gärung von zucker- und stärkehaltigen Pflanzen wie Zuckerrüben, Zuckerrohr, Mais und Weizen. Anschließend wird der Alkohol destilliert, gereinigt und für den Einsatz in Kaminen zusätzlich gefiltert, damit er sauber und gleichmäßig brennt.

Der entscheidende Punkt: Bioethanol verbrennt nahezu rückstandsfrei. Es entstehen weder Ruß noch Rauch oder Asche, sondern im Wesentlichen Kohlendioxid und Wasserdampf, ähnlich wie bei der menschlichen Atemluft. Deshalb braucht ein Bioethanol-Kamin keinen Schornstein und keine feste Installation, und genau das macht ihn für moderne Architektur und minimalistische Wohnräume so attraktiv. Die einzige wichtige Regel im Betrieb ist regelmäßiges Lüften.

Die Geschichte und Herkunft von Ethanol

Alkoholproduktion gibt es seit Jahrtausenden

Die Geschichte des Ethanols beginnt lange vor seiner Nutzung als Brennstoff. Bereits in der Antike entdeckten frühe Hochkulturen, dass vergorenes Getreide und Früchte Alkohol erzeugen. In Mesopotamien und Ägypten wurde Alkohol zum Verzehr, in der Heilkunde und zur Konservierung verwendet. Später entwickelten griechische und arabische Gelehrte Verfahren, um Alkohol zu destillieren und zu reinigen. Die chemische Grundlage von Ethanol ist also Jahrtausende alt, seine Anwendung als moderner Brennstoff entstand erst sehr viel später.

Alkoholproduktion in der Antike mit Amphoren und vergorenem Getreide – Ursprung von Ethanol
Alkohol wird seit Jahrtausenden hergestellt, lange bevor Ethanol als Brennstoff genutzt wurde.

Vom Alkohol zum Ethanol: Wo liegt der Unterschied?

Im Alltag sagen wir „Alkohol“ und meinen damit meist genau einen Stoff: Ethanol. Chemisch ist „Alkohol“ jedoch eine ganze Stoffgruppe. Dazu gehört zum Beispiel auch Methanol, das giftig ist und nicht verwechselt werden darf. Ethanol ist der Alkohol, der bei der Gärung von Zucker durch Hefen entsteht, und der einzige, der für Genuss und für saubere Verbrennung im Innenraum geeignet ist. Bioethanol ist auf keinen Fall für den Verzehr geeignet und schwerst gesundheitsschädlich bei Konsum, da dieser deutlich zu hochprozentig ist.

Der Weg vom „Alkohol“ zum brauchbaren Ethanol führt über die Destillation. Bei der Gärung entsteht zunächst nur eine relativ niedrigprozentige Flüssigkeit. Erst durch Destillation wird der Ethanol-Anteil Schritt für Schritt erhöht und von Wasser und Nebenstoffen getrennt. Bioethanol ist also nichts anderes als hochkonzentriertes Ethanol, das aus Biomasse gewonnen wird. Die Vorsilbe „Bio“ steht dabei für den pflanzlichen, nachwachsenden Ursprung, nicht für eine ökologische Anbauzertifizierung.

Ethanol in der industriellen Revolution

Im 19. Jahrhundert wuchs das Interesse an Ethanol als Energieträger. Alkohol diente als Brennstoff für Lampen, Kocher und frühe Motoren. 1860 nutzte Nikolaus August Otto, der Erfinder des Ottomotors, Ethanol als Kraftstoff für den Prototyp seines Motors. Auch Henry Ford setzte Anfang des 20. Jahrhunderts auf Alkohol: Sein legendäres Ford Model T war so konzipiert, dass es mit Bioethanol fahren konnte.

In Deutschland wurde 1925 die Reichskraftsprit gegründet, deren Benzingemisch einen Spiritusanteil von rund 25 Prozent enthielt. Mit dem weltweit günstiger werdenden Erdöl verdrängten Benzin und Erdgas das Ethanol jedoch zunehmend vom Markt.

Werkstatt im 19. Jahrhundert mit Ethanollampe und frühem Verbrennungsmotor
Während der industriellen Revolution diente Ethanol als Brennstoff für Lampen, Kocher und frühe Motoren.

Neue Aufmerksamkeit während der Ölkrise

Die moderne Entwicklung von Bioethanol begann vor allem in den 1970er-Jahren. Die Ölkrise machte deutlich, wie stark viele Länder von fossilen Brennstoffen abhängig waren. Dadurch entstand erneut Interesse an alternativen Energiequellen. Brasilien spielte dabei eine Schlüsselrolle: Das Land investierte im großen Stil in die Ethanolproduktion aus Zuckerrohr und baute eine komplette Infrastruktur rund um Ethanol als Kraftstoff auf. Von da an entwickelte sich Bioethanol international zu einer ernsthaften Alternative in verschiedenen Branchen.

Zuckerrohrfeld in Brasilien mit Ethanol-Destillerie in den 1970er-Jahren
Nach der Ölkrise baute Brasilien eine komplette Infrastruktur rund um Ethanol aus Zuckerrohr auf.

Die Wende zu nachhaltiger Energie

Ab den 1990er-Jahren rückte Nachhaltigkeit in Architektur, Mobilität und Energieerzeugung immer stärker in den Mittelpunkt. Mit dem Kyoto-Protokoll, später dem Pariser Klimaabkommen und den europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinien wurde die Reduktion fossiler Emissionen zu einer globalen Agenda. Biokraftstoffe wie Bioethanol bekamen dadurch politischen Rückenwind, etwa über die Beimischung in Kraftstoffe wie Super E5 und E10.

Bioethanol passt in diese Entwicklung, weil es aus nachwachsenden Rohstoffen statt aus fossilen Quellen gewonnen wird und vergleichsweise sauber verbrennt. Genau das legte den Grundstein für den modernen Bioethanol-Kamin.

Wo Bioethanol heute hergestellt wird

Bioethanol wird überall dort in großem Maßstab produziert, wo zwei Dinge zusammenkommen: große landwirtschaftliche Anbauflächen und günstige Energiekosten. Weltweit führend sind die USA, die ihren Bioethanol vor allem aus Mais herstellen, sowie Brasilien mit Zuckerrohr. Zusammen stehen beide Länder für den Großteil der globalen Produktion. Es folgen unter anderem China, Indien und Kanada.

In Europa ist Frankreich der größte Hersteller (vor allem aus Zuckerrüben und Getreide), gefolgt von Deutschland. Weitere bedeutende Produzenten sind Ungarn, Polen, Belgien, die Niederlande und Spanien, hinzu kommen agrarstarke Länder wie die Ukraine. Unser Wild Flame Bioethanol wird zu 100 % in Polen und aus polnischen Rohstoffen hergestellt, kurze Wege und kontrollierte Qualität inklusive.

Wichtig zu wissen: Bei Bioethanol gibt es große Qualitätsunterschiede. Sie hängen stark von der Qualität des pflanzlichen Ausgangsmaterials und der Sorgfalt bei Destillation und Reinigung ab. Hochwertige Rohstoffe und eine saubere Aufbereitung ergeben einen Brennstoff, der ruhig und nahezu rückstandsfrei brennt und nur einen geringen Eigengeruch hat; völlig geruchsfrei ist Bioethanol allerdings nie. Minderwertiges Ausgangsmaterial führt dagegen zu unruhigerem Brand und deutlich stärkerer Geruchsentwicklung. Beim Kauf lohnt sich der Blick auf Herkunft und Reinheit also doppelt.

Wie Bioethanol hergestellt wird

Vom Agrarprodukt zum Brennstoff

Die Herstellung läuft in mehreren Schritten ab. Zunächst werden die Rohstoffe aufbereitet: Bei zuckerhaltigen Pflanzen wie Zuckerrübe und Zuckerrohr sind die Zucker direkt verfügbar, bei stärkehaltigen Pflanzen wie Mais und Weizen wird die Stärke zuerst in Zucker umgewandelt (Verzuckerung). Anschließend vergären Hefen den Zucker zu Alkohol. Diese sogenannte Maische enthält allerdings nur einen geringen Alkoholanteil.

Im nächsten Schritt folgt die Destillation und Rektifikation, bei der der Ethanol-Anteil deutlich erhöht und von Wasser sowie Nebenstoffen getrennt wird. Für den Einsatz in Kaminen wird das Bioethanol zusätzlich gefiltert und gereinigt, damit es klar, geruchsarm und gleichmäßig brennt. Am Ende der Kette steht die Abfüllung in verkaufsfertige Flaschen.

Von Zuckerrübe, Mais und Weizen zum gefilterten Bioethanol-Brennstoff in der Flasche
Bioethanol entsteht durch Gärung und Destillation pflanzlicher Rohstoffe und wird anschließend gereinigt und abgefüllt.

Moderne Produktionsverfahren

Die Herstellung entwickelt sich ständig weiter. Während früher vor allem Nahrungspflanzen verwendet wurden, gewinnt in Europa zunehmend die zweite Generation an Bedeutung, also Bioethanol aus pflanzlichen Reststoffen statt aus Lebensmitteln. Konkrete Beispiele sind:

  • Weizen- und Getreidestroh
  • Maisstroh und Pflanzenreste vom Feld
  • Zuckerrübenschnitzel aus der Zuckerproduktion
  • holzartige Reststoffe und Lignozellulose (zellulosehaltige Biomasse)

In Europa gibt es bereits Anlagen, die Bioethanol aus Stroh herstellen (etwa nach dem sogenannten Cellulose-Ethanol-Verfahren). Der Vorteil: Diese Verfahren konkurrieren kaum mit der Lebensmittelproduktion und nutzen Material, das sonst ungenutzt bliebe. Dadurch wird die Produktion effizienter und nachhaltiger.

Bioethanol und fossile Brennstoffe im Vergleich

Der grundlegende Unterschied liegt in der Herkunft. Fossile Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas sind über Millionen Jahre aus organischem Material tief in der Erde entstanden, ihr Vorrat ist endlich. Bioethanol dagegen wird aus Pflanzen gewonnen, die Jahr für Jahr neu nachwachsen. Damit zählt es zu den erneuerbaren Brennstoffen.

Entscheidend ist auch der Kohlenstoffkreislauf. Während fossile Brennstoffe seit Jahrmillionen gebundenes CO₂ zusätzlich in die Atmosphäre freisetzen, nehmen die Pflanzen für Bioethanol während ihres Wachstums weitgehend das CO₂ auf, das bei der späteren Verbrennung wieder frei wird. Dadurch gilt Bioethanol im Verbrennungskreislauf als weitgehend CO₂-neutral, während Anbau, Verarbeitung und Transport weiterhin Emissionen verursachen.

Für die Nutzung im Wohnraum kommt ein dritter Punkt hinzu: die Art der Verbrennung. Ein Bioethanol-Kamin erzeugt weder Rauch noch Ruß oder Asche wie ein Holzofen, sondern verbrennt nahezu rückstandsfrei. Deshalb ist kein Schornstein nötig, und die Gestaltung eines Raumes bleibt frei. Genau diese Kombination aus erneuerbarem Ursprung und sauberer Verbrennung macht Bioethanol für zeitgemäße Architektur so interessant.

Wie funktioniert ein Bioethanol-Kamin?

Im Kern ist das Prinzip einfach, die Technik dahinter aber durchaus unterschiedlich. Bei der Verbrennung reagiert Ethanol mit dem Sauerstoff der Raumluft. Chemisch sieht das so aus:

C₂H₅OH + 3 O₂ → 2 CO₂ + 3 H₂O + Wärme

Es entstehen also nur Kohlendioxid, Wasserdampf und Wärme, keine festen Rückstände. Genau deshalb braucht ein Bioethanol-Kamin keinen Abzug. Bei der Technik unterscheidet man im Wesentlichen drei Ansätze:

  • Manuelle Brenner mit Keramikwolle: der häufigste Typ. Die Keramikwolle saugt das Bioethanol auf und gibt es kontrolliert an die Flamme ab. Befüllt und entzündet wird von Hand, reguliert über einen Schieber. Bewährt, zuverlässig und ohne Elektronik.
  • Automatische Brenner (SmartFires): mit eingebautem Tank, Pumpe und Sensoren. Eine Pumpe fördert den Brennstoff, Zündung, Flammenhöhe und Löschen laufen elektronisch, oft per Fernbedienung oder App.
  • Verdampfungstechnologie (bei uns SSVT, Smart Store & Vaporisation Technology): die sauberste Variante. Hier wird das Ethanol erst zu Gas verdampft und dann verbrannt, was zu einer besonders vollständigen, geruchsarmen Verbrennung führt.

Eine ausführliche Erklärung aller Brennertypen finden Sie in unserem Ratgeber Wie funktioniert ein Bioethanol-Kamin? Technik einfach erklärt.

Für welche Kamine eignet sich Bioethanol?

Weil kein Rauchabzug nötig ist, lässt sich ein Bioethanol Kamin in nahezu jeden Raum mit ausreichender Größe integrieren. Bei bioethanolkamin.de finden Sie für jede Situation die passende Kategorie:

Für individuelle Projekte fertigen wir Ihren Kamin auch als Sonderanfertigung. Inspiration finden Sie in unserer Referenzen-Galerie.

Welcher Brennstoff für welche Situation: Flasche oder Kanister?

Wir bieten Bioethanol in zwei Gebinden an. Die richtige Wahl hängt davon ab, wie Sie Ihren Kamin befüllen:

Gebinde Am besten geeignet für Vorteile
Bioethanol 1-Liter-Flaschen das normale, manuelle Befüllen von Stand-, Wand-, Tisch- und Einbaukaminen mit manuellem Brenner handlich, präzises Eingießen, leicht zu dosieren, ideal für den Alltag
Bioethanol 5-Liter-Kanister automatische Brenner (SmartFires), die per Pumpe betankt werden, sowie als Vorratsgebinde günstiger Literpreis, weniger Nachbestellen, ideal als Bevorratung

Kurz gesagt: Für den täglichen Gebrauch und das Befüllen von Hand sind die 1-Liter-Flaschen die beste Wahl. Die 5-Liter-Kanister sind für das direkte Eingießen unhandlich und wurden gezielt für unsere automatischen Brenner mit Pumpenbetankung sowie als Vorrat konzipiert. Viele Kunden kombinieren beides: Kanister als Vorrat, Flasche zum bequemen Befüllen.

96 %, 96,6 % oder 100 % – welcher Reinheitsgrad für Bioethanol Kamin?

Der Prozentwert gibt den Ethanol-Anteil an, der Rest ist im Wesentlichen Wasser. Das ist kein Makel, sondern technisch gewollt: Der Wasseranteil steuert mit, wie heiß und wie ruhig der Brennstoff brennt. Faustregel: Je niedriger der Prozentwert (also je höher der Wasseranteil), desto geringer die Hitze und desto länger die Brenndauer, aber desto weniger aktiv das Flammenbild.

  • 96 % – unser Standard. Genau dieser Reinheitsgrad ist auf unsere Kamine abgestimmt. Unsere automatischen Brenner (SmartFires) dürfen ausschließlich mit exakt 96 % Bioethanol betankt werden.
  • Manuelle Kamine sind flexibler. Hier funktionieren 96 %, aber auch 94 % oder 95 % problemlos, in vielen Fällen sogar 92 %. Der etwas höhere Wasseranteil sorgt für eine ruhigere, etwas kühlere Flamme bei längerer Brenndauer.
  • 96,6 % – weit verbreitet, aber nicht automatisch optimal. Diese Stufe ist der maximale Wert, der sich allein durch Destillation erreichen lässt, und hat ihre eigenen Einsatzgebiete. Für unsere Kamine ist sie nicht der vorgesehene Standard, für manuelle Brenner aber möglich.
  • 100 % – für unsere Kamine ungeeignet. Reines, „absolutiertes“ Bioethanol ist deutlich flüchtiger und sollte in unseren Kaminen nicht verwendet werden. Nur wenige Spezialgeräte einzelner Hersteller sind dafür ausgelegt, das ist nicht der Regelfall. Das Bioethanol verbrennt deutlich zu heiß und beschädigt die Keramikwolle im Kamin, was das Gerät unbrauchbar machen und ungesunde Stoffe freisetzen kann.

Im Zweifel gilt: Verwenden Sie den Reinheitsgrad, den der Hersteller Ihres Kamins angibt. Für unsere Bioethanol Kamine ist das 96 %.

Verbrauch und Brenndauer

Der Verbrauch richtet sich vor allem nach der Länge der Brennerlinie (der Flammenlinie), nicht nach dem Kamintyp. Je länger der Brenner, desto mehr Brennstoff wird pro Stunde verbraucht. Als grobe Orientierung kann man pro 10 cm Brennerlänge mit rund 0,1 Litern pro Stunde rechnen, das ist aber nur ein Näherungswert und herstellerabhängig. In der Praxis sind die meisten Ethanolkamine regulierbar, sodass Sie den stündlichen Verbrauch über die Flammenhöhe zusätzlich beeinflussen können.

Hinzu kommen Reinheitsgrad und Luftzufuhr, die Hitze und Brenndauer beeinflussen. Exakte Werte gibt am zuverlässigsten die Anleitung des jeweiligen Kamins oder die Produktseite im Onlineshop an.

Sicherheit und richtige Anwendung

Bioethanol ist ein hochentzündlicher Brennstoff (Gefahrenhinweis H225) und sollte stets mit Sorgfalt verwendet werden. Mit ein paar einfachen Regeln genießen Sie Ihr Feuer sicher:

  • Niemals nachfüllen, solange der Kamin brennt oder noch warm ist. Schon Restwärme kann zu einer gefährlichen Verpuffung führen. Erst vollständig abkühlen lassen.
  • Zum Befüllen einen separaten Trichter verwenden und Verschüttetes vor dem Anzünden abwischen.
  • Flaschen und Kanister verschlossen, kühl und außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren lagern, nicht direkt neben dem Kamin.
  • Den Raum regelmäßig lüften (Fenster kippen oder stoßlüften), da die Flamme Sauerstoff verbraucht.
  • Ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien wie Vorhängen halten.
  • Den Kamin nie unbeaufsichtigt brennen lassen, besonders mit Kindern oder Haustieren im Haushalt.

Bioethanol im modernen Interieurdesign

Der Aufstieg des Bioethanol-Kamins

Um die frühen 2000er-Jahre tauchten Bioethanol-Kamine immer häufiger in modernen Interieurs und Architekturprojekten auf. Das fiel mit einem Trend zu minimalistischen Wohnkonzepten zusammen: Räume wurden ruhiger, klarer und integrierter gestaltet, große technische Installationen und sichtbare Rauchkanäle passten dazu immer weniger.

Moderner Bioethanol-Tunnelkamin als Raumteiler in einem minimalistischen Wohnzimmer
Anfang der 2000er erschien der Bioethanol-Kamin immer häufiger in minimalistischen Interieurs.

Warum Bioethanol zu modernen Interieurs passt

Die Beliebtheit von Bioethanol hat nicht nur mit Nachhaltigkeit zu tun, sondern auch mit Ästhetik. Die Flamme harmoniert mit Materialien, die in zeitgemäßen Interieurs häufig vorkommen, etwa Travertin, Mikrozement, dunklem Holz, gebürstetem Stahl und Naturstein. Weil keine technischen Elemente sichtbar sein müssen, bleibt die Gestaltung ruhig und minimalistisch.

Bioethanol Kamine in 2026 - Die Zukunft der Flammen

Die jüngste Generation hat den Komfort noch einmal deutlich gesteigert. Automatische Brenner mit Tank und Pumpe lassen sich per Fernbedienung oder App zünden, in der Flammenhöhe regeln und wieder löschen. Sensoren überwachen den Betrieb, und Verdampfungstechnologien wie unsere SSVT sorgen für eine besonders saubere Verbrennung. Für Architektur und Innenausbau bedeutet das maximale Design- und Einbaufreiheit: Das Feuer wird zum steuerbaren Bestandteil des Smart Homes, ohne Kompromisse bei der Optik.

Bioethanol in der modernen Architektur

Klassische offene Kamine erfordern oft aufwendige Voraussetzungen wie Rauchkanäle, Belüftung und feste Anschlüsse. Bei Bioethanol entfallen viele dieser Einschränkungen. Dadurch lässt sich Feuer an Orten integrieren, an denen das früher kaum möglich war: in offenen Wohnräumen, Apartments, Penthäusern, Hotels, Wellnessbereichen und Maßanfertigungs-Interieurs. Ein Bioethanol-Kamin wird dabei meist nicht als primäre Wärmequelle verstanden, sondern als Teil des Raums selbst. Die Kombination aus echter Flamme, klarer Verarbeitung und minimaler Technik macht ihn zu einem festen Bestandteil des Interieurdesigns.

Nahaufnahme eines Bioethanol-Tunnelkamins als Raumteiler mit Keramik-Holzscheiten
Heute ist der Bioethanol-Kamin Teil des Interieurdesigns selbst.

Andere Anwendungen von Bioethanol heute

Über den Wohnraum hinaus ist Bioethanol einer der vielseitigsten erneuerbaren Brennstoffe überhaupt. Es dient als Kraftstoffbeimischung (etwa in Super E5 und E10), wird in der chemischen Industrie als Lösungsmittel genutzt, ist Bestandteil von Desinfektions-, Kosmetik- und Arzneimitteln und spielt in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie in der Gastronomie eine Rolle. Ebenfalls gibt es spezielle Rennautos, die mit Bioethanol betrieben werden und die hohe Energiedichte des Kraftstoffes für eine schnellstmögliche Kraftfreisetzung nutzen.

Bioethanol kaufen

Sie möchten direkt loslegen? Unser hochreines Wild Flame Bioethanol mit 96 % ist auf alle unsere Kamine abgestimmt. Für das bequeme Befüllen von Hand empfehlen wir die handlichen 1-Liter-Flaschen, als Vorrat oder für automatische Brenner die 5-Liter-Kanister.

Bioethanol 96 % von Wild Flame in 1-Liter-Flaschen kaufen
Wild Flame Bioethanol 96 % in der praktischen 1-Liter-Flasche.

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Fazit

Bioethanol hat eine lange Geschichte, die bis zu den ersten Formen der Alkoholproduktion in der Antike zurückreicht. Als Brennstoff entwickelte es sich vor allem ab dem 19. und 20. Jahrhundert und wurde im Zuge der globalen Klimaschutz-Agenda zur ernsthaften Alternative für fossile Energieträger. Im Interieurdesign ist Bioethanol durch die Verwendung in Kaminen heute fester Bestandteil von modernem Innendesign. Entscheidend für ein schönes, sicheres Feuer sind die richtige Qualität und der passende Reinheitsgrad: Für unsere Kamine ist das 96 %.

Entdecken Sie die Bioethanol Kamine von bioethanolkamin.de für moderne Interieurs, in denen Feuer Teil des Designs wird. Den passenden Bioethanol-Brennstoff finden Sie direkt in unserem Shop. Wie die Technik im Detail funktioniert, lesen Sie im Ratgeber Wie funktioniert ein Bioethanol-Kamin?


FAQ - Häufige Fragen über Bioethanol

Bioethanol ist flüssiger Alkohol pflanzlichen Ursprungs (chemisch Ethanol, C₂H₅OH), gewonnen durch Gärung von Zuckerrüben, Mais, Weizen oder Zuckerrohr. Für Kamine wird es destilliert, gereinigt und gefiltert.

„Alkohol“ ist eine ganze Stoffgruppe, Ethanol ist der konkrete, für Genuss und saubere Verbrennung geeignete Alkohol. Andere Alkohole wie Methanol sind giftig. Bioethanol ist Ethanol aus Biomasse.

Für unsere Kamine 96 %. Unsere automatischen Brenner (SmartFires) dürfen ausschließlich mit exakt 96 % betankt werden. Manuelle Kamine vertragen auch 94 % oder 95 %, teils 92 %. Bioethanol mit 100% Reinheitsgrad ist für unsere Kamine ungeeignet und kann zu Schäden führen.

Nein, in unseren Bioethanol Kaminen nicht. Bioethanol mit 98% oder 100 % ist deutlich flüchtiger, verbrennt zu heiß und kann die Keramikwolle im Kamin dauerhaft beschädigen. Es ist nur für wenige Spezialgeräte und andere Einsatzgebiete ausgelegt.

Bioethanol mit 96,6 % ist der höchste allein durch Destillation erreichbare Wert und weit verbreitet, hat aber eigene Einsatzgebiete. Für Ethanolkamine mit manuellen Brenner ist die Nutzung von Bioethanol mit 96,6% möglich. Beachten Sie Vorgaben des Herstellers.

Der Prozentwert gibt den Ethanol-Anteil an, der Rest ist Wasser. Mehr Wasser (niedrigerer Prozentwert) bedeutet weniger Hitze und längere Brenndauer, aber ein etwas ruhigeres, weniger aktives Flammenbild.

An Herkunft, Reinheit und sauberer Aufbereitung. Hochwertiges Ausgangsmaterial und sorgfältige Destillation ergeben einen ruhigen, geruchsarmen und nahezu rückstandsfreien Brand. Minderwertige Ware riecht stärker und brennt unruhiger. Testen Sie verschiedene EU Hersteller bis Sie mit Preis-Leistungsverhältnis zufrieden sind.

Ja. Es entsteht eine echte, offene Flamme mit ruhigem, klarem Flammenbild, welche echte Wärme erzeugt.

Bioethanol hat beim Verbrennen immer einen Eigengeruch. Hochwertiges Bioethanol verbrennt mit weniger Geruch. Starker Geruch deutet meist auf minderwertige Qualität, Verunreinigungen oder einen verschmutzten Brenner hin. Automatische Bioethanol Kamine (SmartFires) mit Vaporisierung funktionieren mit noch weniger Geruchsbildung.

Es wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt; beim Pflanzenwachstum wird CO₂ aufgenommen, das bei der Verbrennung wieder frei wird. Der Kohlenstoffkreislauf ist dadurch weitgehend geschlossen. Dadurch ist Bioethanol an sich CO2-neutral. Nur durch Versand und Verarbeitung wird CO2 verbraucht, fairerweise lassen sich diese Prozesse langfristig klimafreundlich umstellen. Ebenfalls gibt es Nebenprodukte von Bioethanol die weiter verarbeitet werden können und damit einen positiven Beitrag zu Ressourceneffizienz leisten.

Weltweit führend sind die USA und Brasilien, in Europa Frankreich und Deutschland sowie unter anderem Polen und Ungarn, sowie die Ukraine. Prinzipiell große Agrarwirtschaften mit niedrigeren Energiepreisen begünstigen die Bioethanol Produktion. Unser Wild Flame Bioethanol stammt zu 100 % aus Polen.

Am bekanntesten in Bioethanol Kaminen als Brennstoff. Ebenso wird Bioethanol als Kraftstoffbeimischung (E5, E10), in der chemischen Industrie als Lösungsmittel, in Desinfektions-, Kosmetik- und Arzneimitteln sowie in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie genutzt.